Wer schon einmal in den Bergen war, der kennt sicherlich diese Situation:
Am Morgen steigst du aus dem Auto, mit dem du bis eben noch an den Fuß des Berges gefahren bist, dessen Gipfel du dir für den heutigen Tag vorgenommen hast. Noch beim Fahren siehst du hoch zum Kreuz, dass zwar nur in der Ferne zu sehen ist, aber deine kraftvollen Beine, der volle Rucksack und die Stöcke daran sagen dir: Den packst du mit links!
Und so werden auch die ersten Höhenmeter mit Begeisterung und Lust erklommen.
Immer mehr fällst du in den Trott des Wanderns, Schritt für Schritt, voll im Tunnel. Nur gelegentlich nimmst du die Anstrengung war, wenn du nach einer kleinen Pause, in der du die Aussicht genießt, die nächsten Höhenmeter erklommen werden wollen. Die Baumgrenze ist erreicht und irgendwie scheint der Gipfel mit dem am Morgen bereits in der Ferne gesehenen Kreuz nicht näher zu kommen. Anstrengung. Ab jetzt heißt es kämpfen. Schritt für Schritt, Meter für Meter.
Als Jugendlicher war ich in den Faschingsferien häufig auf einer Wintersportfreizeit des Jugendwerks. Tagsüber Boarden und abends die Gesellschaft genießen. Top Skipisten und bestes Wetter trugen immer zu einer genialen Freizeit bei. Doch am Ende eines jeden Pistentages galt es, den Weg vom Parkplatz der Autos hoch zur Hütte zu wanden. Kaputt vom Tag auf der Piste (als Anfänger nochmal anstrengender), gefühlt den halben Berg hochwandern. Na Danke!
Wie schon damals und auch heute, wenn Berge erklommen werden, trägt das gleiche Prinzip: Schritt für Schritt, Meter für Meter.
Es kommt nicht auf die Schnelligkeit an. Es geht darum, nicht aufzugeben, sich für kleine Ziele und Erfolge zu feiern und dran zu bleiben.
Auch im Alltag nehmen wir uns immer wieder neue Berge vor. Voller Begeisterung und Enthusiasmus beginnen wir sie in Angriff zu nehmen.
Und wie in den ‚echten‘ Bergen kommt auch hier irgendwann der Zeitpunkt, bei dem die kleinen Schritte mehr zählen als das schnelle Erreichen des Gipfels.
Schritt für Schritt. Meter für Meter.
Die Erkenntnis ist da, frustrierend ist es trotzdem, das Ziel noch nicht einmal zu sehen.