Predigt vom 12.06.2016 – Einführungsgottesdienst
„Gefällt mir“
Liebe Gemeinde,
wo soll ich nur anfangen?
Wo soll ich anfangen?
Ein riesen Berg an Arbeit liegt vor mir,
so viel gibt es zu tun.
Ich weiß ja eigentlich schon ganz genau
wie es einmal sein soll,
ich hab‘ genaue Vorstellungen davon;
wie die Kinder miteinander spielen,
wie gemeinsam gegessen wird,
und man meine Geschichten hört – aber:
Wie und wo soll ich nur anfangen?
So stell ich mir schon ein bisschen diese Szene vor,
die Szene kurz bevor Gott die Erde macht,
Das was Gott vielleicht dachte,
vor dem, was uns die Bibel ganz am Anfang erzählt,
dort wo Gott sich entscheidet, uns einen Lebensraum, die Erde, zu schaffen.
Wie fange ich an?
Wo fange ich an?
Und wie oft stehen wir Menschen,
die in diesem von Gott geschaffenen Raum leben, ebenfalls vor dieser Frage?
Wo fange ich nur an …
… morgens am Schreibtisch – ich hab so viele offene Projekte & Arbeiten.
Wie fange ich nur an …
… das neue Gemeindezentrum mit Leben zu füllen?
Oder wie in meinem Fall:
Berufsanfänger, frisch vom Studium,
voll am Anfang.
Ich hab mich mit dieser Frage beschäftigt und entschlossen mich vom Buch der Bücher inspirieren zu lassen.
Und wo liest man, wenn man die Frage hat, wie etwas anfangen soll?
Den Anfang: Ich lese – eine etwas abgewandelte Form – des ersten Kapitels im 1. Buch Mose:
Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
Und die Erde war wüst und leer,
und es war finster auf der Tiefe;
und der Geist Gottes schwebe auf dem Wasser.
Und Gott sprach:
Es werde Licht! Und es war Licht!
Mit nur 3 Worten.
Und Gott sah, dass das Licht gut war und sagte:
Das gefällt mir.
Und er machte weiter:
Machte das Himmelsgewölbe, die Wolken und den blauen Himmel,
und er trennte das Wasser von der Erde,
damit man das Trockene sieht.
Und Gott sah, dass es gut war und sagte:
Das gefällt mir.
Und Gott sprach:
Die Erde soll grün werden. Gras soll wachsen, an jeder erdenklichen Stelle.
Und Bäume sollen Früchte tragen, die mega lecker schmecken.
Und es geschah so.
Und Gott sah, dass es gut war.
Und Gott sagte: Das gefällt mir.
Und Gott sprach:
Und jetzt noch Sterne.
Und die Sonne und nen Mond.
Und es geschah so.
Und Gott sah, es war gut.
Und er sagt: Das gefällt mir.
Und dann schuf Gott die Tiere im Wasser.
Riesige Wale und kleines Plankton.
Und die Vögel am Himmel.
Und dazu die Tiere auf der Erde.
Und Gott sah, dass es gut war.
Und Gott sagte: Das gefällt mir.
Und Gott sprach:
Lasset uns Menschen machen,
ein Bild, das uns gleich sei,
die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel
und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.
Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde,
zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.
Und Gott sah an alles,
was er gemacht hatte, und siehe,
es war sehr gut.
Gefällt mir sehr!
Wo soll ich anfangen?
Und wie soll ich anfangen?
Wenn ich ehrlich bin, kommt mir Gott in diesem Bericht doch etwas sehr von sich selbst überzeugt rüber.
Fast schon ein bisschen eingebildet.
Aber, vielleicht kann ich ja auch etwas davon lernen?
Also: Erste Feststellung:
Gott fängt an. Gott fängt an.
Und wie er anfängt.
Die Bibel berichtet hier,
wie er uns Menschen einen Lebensraum schafft,
Er schafft Bedingungen, damit wir leben können.
Alles was es gibt, kommt von Gott.
Gott denkt dabei nicht klein, er denkt groß
und handelt im Kleinen.
Schritt für Schritt.
Am Anfang ist das Chaos,
das tohu wa bohu.
Wie im Kinderzimmer, wenn mal wieder monatelang nicht aufgeräumt wurde.
Klar, das Genie beherrscht das Chaos,
aber wenn Mama mal wieder sagt,
„Zimmer aufräumen“,
denkt man sich vermutlich auch
„Wo fang ich nur an?“
Kinderzimmer kann man dabei natürlich beliebig mit Schreibtisch, Rumpelkammer, Küche oder Werkbank ersetzen!
Wieder Raum schaffen, aufräumen.
Dabei können wir uns an
Gottes Vorgehensweise ein Beispiel nehmen:
Schritt für Schritt beseitigt er das Chaos.
Bringt Licht ins Dunkel.
Schafft Lebensraum.
Grundlagen schaffen,
auf denen aufgebaut werden kann.
Schön gesagt, aber manchmal,
da steht man am Anfang
und da stehen die Probleme wie Berge vor einem.
Unüberwindbare Berge.
Wie soll man sich dann bitte an
diesem allmächtigen Gott ein Beispiel nehmen?
„Ich hebe meine Augen auf zu diesen Bergen, woher kommt Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“
Wow, was für ein Zuspruch.
Dieser Gott, mit dem alles angefangen hat, der hilft auch mir, und dir, in deinem Anfang.
Wir müssen nicht alleine gehen.
Denn Gott geht mit!
Wenn wir also fragen: Wo fange ich an:
Gott hat schon längst angefangen.
Wenn wir fragen: Wie soll es weitergehen?
Gott geht schon längst mit dir!
Und dann ist da noch eine zweite Feststellung:
Gott gefällt das, was er gemacht hat.
Ja, so eingebildet wie das klingt,
er ist von dem was er gemacht hat überzeugt.
Und er sagt: Du gefällst mir!
Du bist sehr gut!
Das heißt du bist gesegnet,
Er spricht dir Gutes zu,
und damit kannst auch du Gutes tun.
Deshalb nun eine Frage zum Schluss:
Was denkst du, würde Gott gefallen,
was du tun sollst?
Wo will Gott mit dir anfangen und
Raum zum Leben schaffen?
Auf dem Liedblatt vorne befindet sich ein kleiner Kasten.
Wenn du möchtest, kannst du dort heute Abend oder gleich
während des nächsten Lieds aufschreiben, aufmalen,
was das wäre.
Wo will Gott mit dir anfangen?
Und dabei sollen wir nicht vergessen:
Gott hat bereits den Anfang gesetzt.
Er geht mit.
Er denkt groß, handelt im Kleinen.
Also: nur Mut.
Amen.
Und der Friede Gottes,
der höher ist als alle Vernunft,
bewahre unsere Herzen und Sinne
in Christus Jesus. Amen.